Die kirchliche Geschichte von Schmachtenberg
| In der Mitte des Dorfes in Schmachtenberg steht die Kath. Kirche St. Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist. Sie ist das kulturelle Kleinod der 417 Einwohner zählenden Gemeinde, die heute zum Markt Mönchberg gehört. |
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Die Kirchengeschichte spiegelt
einen steten Kampf um Selbständigkeit. Am Anfang war die Mutterkirche in
Grubingen, einem Ort an der Staatstrasse zwischen Röllfeld und Grossheubach.
Heute deuten nur noch Mauern und der Platz des einstigen Friedhof auf dies Zeit
hin.
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| Als 1483 das Deutschordenshaus in Prozelten sich von der Pfarrei löste, kam Grubingen zum Erzbistum Mainz. Etwas näher zur Kirche hatten die Schmachtenberger nach der Auflösung Grubingens, als sie 1623 zur Pfarrei in Klingenberg kamen. Ab dieser Zeit bestatteten sie ihre Toten auf einem eigenen Leichenacker und sie bauten sich einen eigene Kapelle. Einen geregelten Gottesdienst hatten sie aber nicht. Das änderte sich auch nicht als sie am 19.11.1740 zur Pfarrei Röllbach kamen. Der Weg zum Gottesdienst war wieder etwas kürzer geworden, aber sonst blieb alles beim Alten. Eine Ausnahme bildete das Kirchweihfest. Da gewährte man den Schmachtenbergern einen Gottesdienst mit Predigt und am Kirchweihmontag eine Vesper mit einem Seelenamt in ihrer Dorfkapelle. | ![]() |
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1757 verstarb der Bürger Schultheiß Johannes Braun. Seine Ehe war Kinderlos und er vermachte sein Vermögen einer Stiftung für eine Frühmesse an Sonn- und Feiertagen in Schmachtenberg. Es begannen Verhandlungen um einen Kaplan in der Pfarrei Röllbach für Schmachtenberg. 1762 war man damit erfolgreich, als der erste Kaplan ins Röllbacher Pfarrhaus einzog. Damit gab man sich aber nicht zufrieden und bemühte sich weiterhin um einen eigene Pfarrei. 1759 baute die Gemeinde die Kirche und legte um sie den neuen Friedhof an. Die Kapelle und den neuen Friedhof brauchte man nicht mehr, deshalb hat man beides beseitigt.
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1776 wurde die Kaplanei Schmachtenberg errichtet. Es dauerte aber immerhin noch 155 Jahre, bis der erste Kaplan seinen Wohnsitz in Schmachtenberg seinen Wohnsitz nehmen durfte. Für ein Pfarrhaus hatte schon vorher der bedeutendste Sohn Schmachtenbergs, der 1908 verstorbene Theologieprofessor, Geheimrat Dr. Anton Ritter von Scholz gesorgt.
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Der erste Kaplan mit dem
Wohnsitz in Schmachtenberg war Dr. Dr. Wilhelm Büttner. Geistliche Herren waren
später oft betagte Pfarrer, die ihren Lebensabend in der Kleinen Pfarrei
verbrachten. Die Kirchengeschichte hat Dr. Dr. Büttner ausgegraben und zu
Papier gebracht, so dass wie heute darauf zurückgreifen können. Heute residiert im neuen Pfarrhaus Pfarrer Franz Reichelt und der Kuratieinhaber ist der Pfarrer von Mönchberg und Röllbach, Pfarrer Franz Leipold. |
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Die Kirchenbau Geschichte 1759 begann man mit dem Bau der neuen Kirche inmitten des Dorfes. Dass dies aus eigenen Mitteln geschah, untermauert der Spruch über dem Haupteingang. „Proproa fundatione filiae Schmachtenberg“, ( aus eigener Stiftung der Tochtergemeinde Schmachtenberg).
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| 761 war die Kirche fertig. Seit dieser Zeit feiern bis heute die Schmachtenberger den Valentinstag. Das Altarbild malte J.K. Bechthold aus Aschaffenburg mit einer Valentinsdarstellung. Leider besteht kein Bild oder Zeichnung. Man hat es bei der Renovierung der Kirche 1919 mit seinen Insignien herausgefunden. Es ist übrigens der selbe Maler der die Kirche in Mönchberg ausmalte. Zwei Seitenaltäre wurden gleich nach der Einweihung in der Kirche aufgestellt. Doch klagte man sehr früh über die enge in der Kirche, die nur bis zum heutigen Chor reichte. Es dauerte aber fast 100 Jahre, bis 1866 mit einem Anbau an der Chorseite die Kirche vergrösserte. Die Inneneinrichtung musste man dem neuen geschaffenen Platz anpassen und konnte deshalb auch die Empore vergrössern und neue Bänke aufstellen. 1869 richtete man einen Turmuhr ein. 1888 sind die Altäre vom Hochwürdigen Bischof von Stein mit den Reliquien der hl. Märtyrer Magnus, Aurelius und Adeodata konsekriert worden. |
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Schon 1863 hat die Fa. Gebr. Klaus in Heidingsfeld zwei Glocken im Gewicht von 488 und 250 Pfund geliefert. Sie blieben aber nicht lange auf dem Turm und wurden 1903 als Geschenk des Geheimrates von Scholz durch drei neue Glocken ersetzt. Sie wogen 1.940 Pfund. Im 1. Weltkrieg, 1918, holte man zwei Glocken vom Turm und sie wanderten in die Kriegsmetallgesellschaft nach Berlin. 1922 hat man wieder zwei neue Glocken angeschafft. Im 2. Weltkrieg wiederholte sich der Wahnsinn und wieder mussten zwei Glocken für Kriegszwecke eingeschmolzen werden. Nur die kleine Glocke blieb auf dem Turm. 1950 beschaffte man wieder neue Glocken. Um den Klang zu harmonisieren, hat man von der Firma Albert Junker in Brilon drei neu Glocken gekauft. Kosten: 4572 DM. |
| Oben hängt nun die Josefsglocke, dann die Marienglocke und unten die kleine Marienglocke. Heute ist der Hauptaltar ohne Altarblatt. Ein schöner Rokokoaufbau bei vier glatten Säulen und seitlichen Durchgängen. Die Seitenfiguren St. Johannes der Evangelist und St. Johannes Nepomuk. In der Mitte der Tabernakel mit St. Johannes der Täufer . Im Aufsatz die Dreifaltigkeit in Wolkenglorie. Über dem rechten Seitenaltar ist das Bild des Hl. Albinius, der eine Blinde heilt. Es ist nicht wie vielfachangenommen wird, der heilige Valentin. Das Bild kam wahrscheinlich über die Pfarrei Röllbach nach Schmachtenberg. Über dem Linken Seitenaltar hat 1949 Johannes Pfürtner aus Münnerstadt die Madonna gemalt. |
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An der Wand der linken Seite im Chor hängt eine Valentinsbüste. An der Brüstung der Empore ist eine Muttergottes und eine Bischofstatue. Sehenswert ist der holzgeschnitzte Kreuzweg der Würzburger Künstlers Heinz Schiestl, der 1920 erworben wurde. |
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1987 wurde die Kirche für 350.000 DM restauriert. Verantwortlich waren damals Pfarrer Aulbach und der Vorsitzende der Kirchenverwaltung Joachim Becker.
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Die Orgel |
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Zwischen 1807 und 1819 spielte zum ersten mal eine Orgel zum Gottesdienst. Diese tat ihre Dienste bis zur Jahrhundertwende. Im Jahre 1900 kaufte die Gemeinde von der Fa. Steinmeyer eine neue Orgel. Sie hat dann ebenfalls fast 100 Jahre gedient. Natürlich die ersten 20 Jahre ohne Strom. Sie hat sich aus einem Blasebalg ihre Luft geholt 1972 wurde die Orgel nach hinten gesetzt und der Spieltisch an der Seite aufgestellt. Der Blasebalg blieb der alte, nur der Motor wurde im Gehäuse untergebracht. |
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Seit dem Ende des 2. Weltkrieges, heute schon vor 57 Jahren, spielt Georg Hofmann aus Schmachtenberg zuverlässig und gekonnt die Orgel. Er lernte sie in- und auswendig kenne, Mit einem Manual und neun Registern musste er zurechtkommen. Es war eine pneumatische Orgel wo die Luft für die Membranen durch Messingrohre geleitet wurde . der Motor war früher im Speicher und kam 1972 ins Gehäuse. Die Messingrohre wurden durch Kunststoffrohre ersetzt. Schmachtenberg hatte nun eine Mechanisch betriebene Orgel. An warmen Tagen musste Georg Hofmann weiterhin einen Eimer Wasser zur Verdunstung ins Orgelgehäuse, in einem Leerraum neben dem Blasebalg stellen. Den Umbau führet die Firma Retmann aus Nieder-Olm für 6000 DM aus. |
| Mit der Zeit wurde die Orgel immer reparaturanfälliger. Sie verursachte Kosten jährlich von 1000 DM. Die Kirchenverwaltung, mit Kirchenpfleger Joachim Becker und der Pfarrgemeinderat, unter dem Vorsitzenden Jürgen Puch, entschlossen sich zur Anschaffung einer neuen Orgel. Die Finanzierung muss man mit 280.000 DM aufbringen. Die Gemeinde Mönchberg bewilligte 40.000 DM und den Rest erwartet man von der Diözese Würzburg. Den Auftrag erteilte man dem Orgelbauer Mann aus Dorfprozelten. Das Orgelprospekt blieb erhalten. Man setzte die Orgel weiter nach vorne und hat das Gehäuse in einem Blauton gestrichen und so dem Kircheninneren gut angepasst. | ![]() |
Orgelweihe 1997![]() |
Die neue Orgel hat
zwei Manuale und 14 Register, also ein Manual und fünf Register mehr
als die Vorgängerin. Ihr Ton ist kräftig und voller Harmonie.
Die neue Disposition des Instrumentes eignet sich sicherlich für stimmungsvolle, auch anspruchsvolle Konzerte, die der kleinen, schmucken Dorfkirche in Schmachtenberg zur Ehre gereichen werden.
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| Die
Fatimakapelle
Die Kapelle wurde 1958 unter dem
Bürgermeister Anton Zöller gebaut. Sie ist eine
Kriegergedächtniskapelle. Zwei Tafeln aus Rotem Sandstein tragen die Namen
der Gefallenen im ersten und zweiten Weltkrieg. |
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